top of page

Depression in der Pubertät: Symptome und Warnzeichen erkennen

Autorenbild: Christian Asperger
Christian Asperger
vor 4 Stunden
12 Min. Lesezeit

Jonas (der Name ist geändert) ist dreizehn, als ich ihn kennenlerne. In der Schule hat er in dieser Woche zum dritten Mal einen Tisch umgeworfen. Zu Hause, in der Wohngruppe, in der er lebt, liegt er danach stundenlang im Zimmer und redet mit niemandem. Die Betreuer:innen sehen vor allem die Wut. Erst in der dritten Stunde bei mir sagt er einen Satz, der die Wut in ein anderes Licht rückt: dass ihn ohnehin niemand wolle.


Eine Depression in der Pubertät sieht selten so aus, wie Eltern sie erwarten. Sie zeigt sich als Rückzug, als Gereiztheit, als Leistungsabfall, manchmal als Wut. Und sie ist schwer von dem zu unterscheiden, was in diesem Alter ohnehin passiert. In diesem Artikel geht es darum, woran Sie den Unterschied bemerken, welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten und was Sie als Eltern tun können, auch wenn Ihr Kind gerade gar nicht mit Ihnen reden will.


Das Wichtigste in Kürze


  • Stimmungsschwankungen gehören zur Pubertät. Dauer, Tiefe und Ausmaß des Rückzugs zeigen, ob mehr dahintersteckt.

  • Jugendliche mit Depression wirken oft nicht traurig. Viele sind gereizt, aggressiv oder scheinbar gleichgültig.

  • Die Fachleitlinie nennt für das Jugendalter einen Anteil von etwa 8 bis 15 Prozent mit depressiven Beschwerden. Das Thema ist also kein Randphänomen.

  • Hinter der Wut steht häufig eine Frage, die nie laut gestellt wird: Bin ich überhaupt gewollt, genüge ich?

  • Äußerungen über Sinnlosigkeit oder Sterben gehören immer ernst genommen. Rat auf Draht 147 ist rund um die Uhr für junge Menschen erreichbar.

  • Eltern müssen nicht sicher wissen, ob es eine Depression ist. Das klären wir gemeinsam, im Gespräch mit Ihnen und Ihrem Kind.


Ihr Kind zieht sich zurück, und Sie wissen nicht, ob Sie zu früh oder zu spät reagieren? In der Praxis NORDSTERN begleiten Maximilian Kadletz-Liemmert und Larissa Kristin Richter Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Im 20-minütigen Kennenlerngespräch, kostenfrei und unverbindlich, schauen wir gemeinsam, ob eine Begleitung in Ihrer Situation sinnvoll ist und wie ein erster Schritt aussehen könnte. Zur Praxis NORDSTERN


Kennenlerngespräch - Maximilian Kadletz-Liemmert
20 Min.
Jetzt buchen

Kennenlerngespräch - Larissa Richter
20 Min.
Jetzt buchen

Psychotherapeut Maximilian Kadletz-Liemmert am Fenster der Praxis NORDSTERN in Wien


Artikel zum Anhören


Warum_jugendliche_Depression_wie_Wut_aussieht

Inhalt




1. Pubertät oder Depression: Woran Sie den Unterschied bemerken


Ein Fünfzehnjähriger, der die Zimmertür zumacht, laute Musik hört und Fragen mit einem Wort beantwortet, macht das, was Fünfzehnjährige tun. Er löst sich von Ihnen ab, und das muss er. Die Frage ist deshalb selten, ob sich Ihr Kind verändert hat. Die Frage ist, wie lange, wie tief und wie breit.


Wie lange: Ein schlechter Tag, eine schlechte Woche nach einem Streit mit der besten Freundin, das kommt vor. Hält die gedrückte Stimmung über mehrere Wochen an, fast jeden Tag, ist das ein anderes Bild.


Wie tief: Pubertät ist laut, wechselhaft, oft widersprüchlich. Am Vormittag unerträglich, am Abend wieder albern mit den Geschwistern. Bei einer Depression fehlt dieser Wechsel. Die Dinge, die früher Freude gemacht haben, machen keine mehr. Das Handy wird noch benutzt, aber ohne Vergnügen daran.


Wie breit: Zieht sich Ihr Kind nur von Ihnen zurück, oder auch von Freund:innen, vom Sport, vom Lieblingsspiel? Die Ablösung von den Eltern ist gesund. Der Rückzug von allem ist ein Warnsignal.


Bub sitzt traurig auf Bank

Dazu kommen körperliche Zeichen, die oft übersehen werden: Schlaf, der sich verändert, in beide Richtungen. Appetit, der verschwindet oder zunimmt. Kopf- und Bauchschmerzen, für die der Kinderarzt nichts findet. Die aktuelle Leitlinie zur Behandlung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen beschreibt, dass sich die gedrückte Stimmung in diesem Alter häufig als Reizbarkeit zeigt und jüngere Kinder eher über körperliche Beschwerden klagen. Das heißt: Die Depression eines Teenagers sieht oft nicht aus wie die eines Erwachsenen.



2. Die laute und die leise Seite


Jonas, von dem ich am Anfang erzählt habe, war für seine Umgebung ein aggressiver Junge. Für mich war er beides: Der umgeworfene Tisch war der laute Teil, der stundenlange Rückzug danach der leise. Beides gehörte zusammen.


In meiner Arbeit mit Jugendlichen habe ich diese Verbindung oft gesehen. Ein Teenager, der sich wertlos fühlt, hat zwei Möglichkeiten: Er kann das nach innen richten, dann sehen Sie Rückzug und Stille. Oder er kann es nach außen richten, dann sehen Sie Wut, Provokation, kaputte Dinge. Viele wechseln zwischen beidem, je nach Tag und Gegenüber. Buben greifen etwas häufiger zur lauten Variante, Mädchen etwas häufiger zur leisen, aber das ist keine feste Regel.


Für Eltern ist das schwer auszuhalten, weil die laute Variante Grenzen verlangt. Ein Jugendlicher, der schreit und Türen knallt, braucht ein klares Nein. Er braucht aber in derselben Minute auch jemanden, der hinter die Wut schaut. Beides gleichzeitig zu tun ist anstrengend, und es gelingt nicht immer. Das muss es auch nicht. Es reicht, wenn Sie nach dem Streit, vielleicht am nächsten Tag, noch einmal hingehen und fragen, was los war. Und zwar nach dem, was hinter der Tür und der Note lag.


Systemisch gedacht zeigt die Wut dem Umfeld etwas, das der Jugendliche so nicht sagen kann: Ich komme nicht klar, und ich weiß nicht, wie ich das anders sagen soll. Das gilt in Familien genauso wie in einer Wohngruppe. Eltern, die das verstehen, reagieren anders. Sie bleiben in der Beziehung, auch wenn das Verhalten gerade schwer auszuhalten ist. Mehr dazu, wie Konflikte in Familien wiederkehren und wie sie sich lösen lassen, finden Sie in meinem Artikel über Konflikte in der Familie.



3. Die unausgesprochene Erwartung


Während der Corona-Zeit habe ich über ein Förderprogramm viele Schüler:innen begleitet, denen es ähnlich ging: Sie konnten das Pensum nicht mehr, obwohl sie vorher gut zurechtgekommen waren. Schlecht schlafen, morgens nicht aus dem Bett, Konzentration weg. Manche weinten, sobald sie nur von der nächsten Schularbeit sprachen.


Familiengespräch in der Praxis: unausgesprochene Erwartungen bei depressiven Teenagern

Was mir in den Gesprächen auffiel: Der Druck kam fast nie von einer konkreten Ansage. Niemand hatte gesagt, du musst besser werden. Die Erwartung war unausgesprochen, und gerade deshalb so wirksam. Eltern, die selbst viel erreicht hatten. Eltern, die Sorgen hatten und sich an guten Noten festhielten. Jugendliche, die spürten, dass sie sich weiterentwickeln sollten, ohne dass jemand gesagt hätte, wohin.


Depressive Teenager erzählen oft von dieser Lücke. Sie wissen, dass ihre Eltern sie lieben. Sie glauben trotzdem, dass sie genügen müssen, um diese Liebe zu behalten. In einem Elterngespräch sagte ein Vater einmal, er habe nie gewollt, dass sich sein Kind so quält, er habe das nicht gesehen. Der Satz hat bei seiner Tochter mehr bewirkt als jede Note danach.


Ich frage Eltern deshalb gern, welche Erwartungen in ihrer Familie laut ausgesprochen werden und welche nur in der Luft liegen. Die zweite Liste ist meistens länger. Und sie ist die, mit der Jugendliche allein bleiben. Mein Artikel über Parentifizierung beschreibt einen verwandten Mechanismus: Kinder, die Verantwortung übernehmen, die niemand ihnen offiziell gegeben hat.



4. Warnzeichen und Symptome, die Sie ernst nehmen sollten


Manche Symptome einer Depression in der Pubertät lassen keinen Aufschub zu. Dazu gehören:


Psychotherapeutin Larissa Kristin Richter im Beratungsgespräch, Praxis NORDSTERN Wien

  • Ihr Kind spricht über Sinnlosigkeit, darüber, dass es anderen zur Last fällt oder dass es lieber nicht da wäre.

  • Es verschenkt Dinge, die ihm viel bedeutet haben, oder verabschiedet sich auf eine Art, die Sie stutzig macht.

  • Sie bemerken Verletzungen, die sich das Kind selbst zugefügt hat.

  • Der Rückzug ist vollständig: keine Freund:innen, keine Schule, kein Kontakt mehr nach außen.

  • Alkohol oder Drogen kommen neu dazu oder nehmen deutlich zu.


Suizidgedanken gehören bei Jugendlichen mit Depression häufig zum Bild. Sie müssen angesprochen werden, ruhig und direkt. Die Sorge vieler Eltern, man könne durch die Frage etwas auslösen, ist verständlich, aber unbegründet. Jugendliche erleben die Frage in aller Regel als Erleichterung, weil endlich jemand hinschaut.


Haben Sie den Eindruck, dass es akut ist, warten Sie nicht auf einen Therapieplatz. Rat auf Draht ist unter der Nummer 147 rund um die Uhr, kostenlos und ohne Vorwahl für Kinder, Jugendliche und Eltern erreichbar. Die Telefonseelsorge erreichen Sie unter 142. Bei unmittelbarer Gefahr ist die Rettung unter 144 zuständig. Eine Übersicht über Jugendberatungsstellen in Österreich bietet das Gesundheitsportal des Bundes.


Für die medizinische Abklärung ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie oder der Kinderarzt die richtige Adresse. Die Leitlinie empfiehlt für Jugendliche grundsätzlich, dass Psychotherapie Vorrang vor Medikamenten hat, und bei leichten Verläufen ausdrücklich keine Medikamente als ersten Schritt. Ob und welche Medikamente in Frage kommen, entscheidet immer die Ärztin oder der Arzt, nie der Blog und nie der Therapeut.



5. Was Eltern tun können


Bleiben Sie in Kontakt, auch wenn er einseitig ist. Ein Teenager, der nicht redet, nimmt trotzdem wahr, ob Sie jeden Abend kurz an der Tür stehen. Sie müssen kein Gespräch erzwingen. Sie müssen da sein.


Was Eltern bei Depression in der Pubertät tun können: Spielsituation in der Praxis

Beschreiben Sie, was Sie sehen, statt zu deuten. „Mir fällt auf, dass du seit drei Wochen kaum mehr rausgehst" lässt sich hören. „Du bist depressiv" oder „Du bist nur faul" lässt sich nur abwehren.


Halten Sie den Alltag stabil. Essen zu halbwegs festen Zeiten, Schlafenszeiten, ein Spaziergang mit dem Hund, auch gegen Widerstand. Struktur gibt einem erschöpften Nervensystem Halt, auch wenn sie sich für den Teenager zuerst wie Kontrolle anfühlt.


Trennen Sie Verhalten und Person. Der umgeworfene Tisch hat Konsequenzen. Die Beziehung hat keine Bedingung.


Holen Sie sich selbst Unterstützung. Eltern mit einem erschöpften Teenager sind oft selbst am Limit, und das Kind spürt das. Auch dafür ist ein Gespräch gedacht, nicht nur für das Kind. Falls Mobbing in der Schule eine Rolle spielt, finden Sie in meinem Artikel über Mobbing in der Schule konkrete Schritte.


Und: Lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn Ihr Kind sagt, es wolle keine Therapie. Das sagen die meisten. Ein Kennenlerngespräch ist ein erstes Hinschauen, mehr noch nicht. Viele Jugendliche kommen beim zweiten Mal freiwillig.



6. Falls Sie selbst der Teenager sind, um den es geht


Vielleicht lesen Sie das hier als Jugendliche oder Jugendlicher, weil Sie selbst gerade nicht weiterwissen. Dann ein paar Sätze direkt an Sie.


Larissa Kristin Richter, Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision, Praxis NORDSTERN

Was Sie gerade erleben, hat einen Namen, und es ist nicht Ihre Schuld. Dass alles anstrengend ist, dass nichts mehr Spaß macht, dass Sie manchmal denken, es wäre leichter, nicht da zu sein: Das sind Zeichen, dass Ihr Kopf überlastet ist, so wie ein Körper nach einem Marathon. Es geht vorbei, aber meistens nicht allein.


Sie müssen nicht wissen, was mit Ihnen los ist. Sie müssen es auch niemandem erklären können. Es reicht, wenn Sie einer Person sagen, dass es Ihnen schlecht geht. Das kann ein Elternteil sein, eine Lehrerin, der Vater eines Freundes, oder die Nummer 147, wo Sie anonym bleiben können. In der Praxis NORDSTERN sitzen Ihnen Menschen gegenüber, die nicht viel älter sind als Sie und die wissen, wie sich das anfühlt.



7. Aus der Praxis: Jonas und der Hund


Zurück zu Jonas. Die ersten beiden Stunden saß er mir gegenüber und sagte fast nichts. Er kam, weil er musste. In der dritten Stunde war meine Hündin dabei. Jonas setzte sich auf den Boden neben sie und begann, mit ihr zu reden, nicht mit mir. Ich blieb am Tisch sitzen und hörte zu.


Mag. Christian Asperger mit Beagle Kaija in der Praxis in 1020 Wien

Über den Hund kam der Satz, den ich am Anfang erwähnt habe. Dass ihn ohnehin niemand wolle. Ich habe darauf nicht widersprochen und ihn nicht beruhigt. Ich habe gefragt, woran er das merkt. Er zählte auf: die Mutter, die nicht anruft. Der Vater, den er nicht kennt. Die Lehrerin, die ihn beim ersten Ton rausschickt.


In den Wochen danach haben wir an etwas Kleinem gearbeitet: daran, dass er merkt, wann die Wut kommt, bevor sie da ist. Er beschrieb es als heiß im Nacken. Wir haben vereinbart, dass er in diesem Moment aufsteht und zum Fenster geht, egal, was die Lehrerin sagt. Die Betreuer:innen haben das unterstützt, die Schule nur widerwillig.


Beim vierten Mal hat es geklappt. Er stand auf, ging zum Fenster, und der Tisch blieb stehen. Danach kam es wieder zu Ausbrüchen, seltener, kürzer. Ganz weg waren sie nicht, als unsere Zeit zu Ende ging. Aber einmal sagte er, kurz vor Schluss, dass er gern noch eine Stunde hätte, auch ohne Hund.


Vielleicht erkennen Sie in Jonas etwas von Ihrem eigenen Kind: die Wut, die nach außen geht, und die Stille danach. Maximilian Kadletz-Liemmert und Larissa Kristin Richter begleiten in der Praxis NORDSTERN Kinder, Jugendliche und Familien, systemisch und mit Blick auf das, was hinter dem Verhalten steht. Das Kennenlerngespräch dauert 20 Minuten und ist kostenfrei. Darin klären wir, worum es bei Ihrem Kind geht und ob eine Begleitung passt. Meine Situation besprechen


Kennenlerngespräch - Maximilian Kadletz-Liemmert
20 Min.
Jetzt buchen

Kennenlerngespräch - Larissa Richter
20 Min.
Jetzt buchen



8. Mit neunzehn Vater eines Zweijährigen


Warum mir die Frage, ob man gewollt ist, so nahegeht, hat auch mit meiner eigenen Geschichte zu tun. Ich wurde mit neunzehn Vater, ohne leiblicher Vater zu sein. Meine damalige Partnerin hatte einen zweijährigen Sohn, als wir uns kennenlernten. Ich war mitten in der Ausbildung und konnte mich in diese Rolle zunächst kaum hineinversetzen. Ich wusste nicht, wie man Vater ist, und ich hatte selbst gerade erst aufgehört, Sohn zu sein.


Psychotherapeut Mag. Christian Asperger mit Hündin Kaija

Die Großeltern, die Eltern meiner Partnerin, haben damals vieles übernommen, was ich noch nicht konnte. Sie waren das Vorbild, an dem ich mich orientieren konnte. Heute, viele Jahre später, bin ich noch einmal Vater geworden, und diesmal ist es ganz anders. Ich bin präsent, verbringe viel Zeit mit meinem kleinen Sohn und bin selbst gefestigter. Ich kann mehr aufnehmen, weil ich mehr habe.


Wenn mir heute ein Jugendlicher wie Jonas gegenübersitzt, denke ich manchmal an diesen Zweijährigen von damals und an mich mit neunzehn. Daran, wie viel es ausmacht, ob ein Erwachsener da ist, der bleibt, auch wenn er es nicht perfekt macht. Das ist für mich der Kern der Arbeit mit Jugendlichen: Es braucht einen Erwachsenen, der bleibt, auch wenn er Fehler macht.



9. FAQ: Häufige Fragen zu Depression bei Jugendlichen


Ist eine Depression in der Pubertät nicht einfach eine Phase?


Die Pubertät ist eine Phase. Eine Depression ist es nicht, sie geht meist nicht von selbst vorbei und kann sich ohne Begleitung verfestigen. Die Unterscheidung ist für Laien schwer, deshalb lohnt sich ein frühes Hinschauen. Ein Gespräch, das ergibt, dass alles im Rahmen ist, kostet Sie 20 Minuten. Ein Gespräch, das nicht stattfindet, kann Monate kosten.


Muss ich sicher wissen, ob es eine Depression ist, bevor wir kommen?


Nein. Die wenigsten Eltern kommen mit einer Diagnose. Sie kommen mit einer Sorge und einer Beobachtung. Im Kennenlerngespräch sortieren wir gemeinsam, was Sie wahrnehmen, und ob eine Begleitung sinnvoll ist. Die medizinische Abklärung durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie läuft parallel, wenn sie nötig ist.


Mein Kind will nicht in Therapie. Was kann ich tun?


Das ist der Normalfall. Jugendliche wollen nicht als das Problem der Familie gelten. Sagen Sie ehrlich, dass Sie sich Sorgen machen und selbst Rat holen wollen, und laden Sie Ihr Kind ein, mitzukommen, ohne Zwang. Oft hilft es, wenn der erste Termin nur ein Kennenlernen ist und die Entscheidung danach beim Jugendlichen bleibt.


Was kostet eine Psychotherapie für Jugendliche in Wien, und gibt es zugängliche Angebote?


Eine Einzelstunde bei mir kostet 200 Euro, das Kennenlerngespräch ist kostenfrei. Für Familien, denen das zu viel ist, gibt es die Praxis NORDSTERN in denselben Räumen im zweiten Bezirk: Dort kostet die Einzelstunde 100 Euro und die Familiensitzung 200 Euro, bei Psychotherapeut:innen in Fachausbildung unter Lehrsupervision, die ich fachlich begleite. Zusätzlich fördert das Programm „Gesund aus der Krise" kostenlose psychologische Unterstützung für Kinder und Jugendliche, Informationen dazu finden Sie beim Sozialministerium.


Wie lange dauert eine Begleitung bei depressiven Teenagern?


Das hängt vom Verlauf ab. Viele Jugendliche brauchen zehn bis zwanzig Stunden, um aus dem Tief herauszufinden und eigene Werkzeuge zu entwickeln. Bei längeren oder schwereren Verläufen dauert es länger, dann meist in Abstimmung mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie. In den ersten Stunden spüren viele Familien schon, dass sich der Ton zu Hause verändert.


Kann die Trennung der Eltern eine Depression in der Pubertät auslösen?


Sie kann ein Auslöser sein, vor allem dann, wenn Jugendliche zwischen den Eltern stehen oder sich für eine Seite entscheiden müssen. Wie Sie Ihr Kind in dieser Situation gut begleiten, habe ich in einem eigenen Artikel über die Trennung der Eltern in der Pubertät beschrieben.



10. Fazit


Jonas hat mir etwas beigebracht, das ich seither in jedem Gespräch mit Jugendlichen im Kopf habe: Hinter der Wut steckt fast immer etwas, das noch keine Worte hat. Wer nur den Tisch sieht, der umfällt, übersieht den Jungen, der danach stundenlang im Zimmer liegt.


Für Sie als Eltern heißt das: Sie müssen keine Diagnose stellen. Es reicht, die Veränderung zu bemerken, hinzusehen und nicht allein damit zu bleiben. Alles Weitere lässt sich klären.


Vielleicht haben Sie beim Lesen an die geschlossene Zimmertür gedacht, an den Satz, den Ihr Kind neulich fallen ließ, oder an die Noten, die seit dem Sommer abrutschen. In der Praxis NORDSTERN sind Maximilian Kadletz-Liemmert und Larissa Kristin Richter für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern da. Das Kennenlerngespräch dauert 20 Minuten, ist kostenfrei und unverbindlich, und am Ende wissen Sie, ob und wie es weitergehen kann. Kennenlerngespräch in der Praxis NORDSTERN vereinbaren


Kennenlerngespräch - Maximilian Kadletz-Liemmert
20 Min.
Jetzt buchen

Kennenlerngespräch - Larissa Richter
20 Min.
Jetzt buchen



11. Über mich: Gründer Praxis NORDSTERN Mag. Christian Asperger


Viele Eltern kommen zu mir in einem Moment, in dem Funktionieren nicht mehr reicht: weil sie alles versucht haben, was sie kennen, und das Kind trotzdem nicht aus dem Zimmer kommt. Dann geht es um Orientierung. Ich verstehe mich dabei als Wegbegleiter. Und ich habe gelernt, dass für einen Jugendlichen nicht immer ich der passende Begleiter bin.


Das war einer der Gründe, warum ich die Praxis NORDSTERN gegründet habe. Mein Gedanke als Unternehmer war einfach: Es gibt viele gut ausgebildete Psychotherapeut:innen in Fachausbildung unter Lehrsupervision, die eine Chance brauchen, Erfahrung und Praxis zu sammeln. Aus meinen Jahren im Konzern weiß ich, wie viel es ausmacht, wenn junge Menschen früh Verantwortung bekommen und dabei jemanden an der Seite haben. Bei NORDSTERN bekommen sie beides: einen Praxisraum im zweiten Bezirk, die Einbindung in meine Website und meine Kanäle, und meine fachliche Begleitung und mein Mentoring im Hintergrund.


Bei Jugendlichen sehe ich darin einen besonderen Mehrwert. Junge Therapeut:innen sind oft nah an der Lebenswelt ihrer jungen Klient:innen. Sie kennen den Druck in der Schule, die Welt der sozialen Medien und das Gefühl, zwischen Kindheit und Erwachsensein festzustecken, aus noch nicht lange zurückliegender eigener Erfahrung. Für manche Jugendliche ist es leichter, mit jemandem zu reden, der nur zehn oder fünfzehn Jahre älter ist. Maximilian Kadletz-Liemmert und Larissa Kristin Richter bringen genau diese Nähe mit, und sie arbeiten systemisch, mit Blick auf die ganze Familie.


Mehr über das Angebot für Kinder und Jugendliche finden Sie auf der Seite Kinder- und Jugendtherapie in Wien, das Team und freie Termine auf der Seite der Praxis NORDSTERN. Die Praxis befindet sich im zweiten Bezirk in Wien.


Mag. Christian Asperger, Business Coach und Psychotherapeut in Wien

bottom of page