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Kein Selbstbewusstsein im Job: Wie man mehr Sicherheit gewinnt

  • Autorenbild: Christian Asperger
    Christian Asperger
  • vor 4 Stunden
  • 12 Min. Lesezeit

Hier ist eine unbequeme These: Viele Menschen, die im Job als besonders kompetent und sicher gelten, leiden innerlich an einem Mangel an Selbstbewusstsein, der sie täglich kostet. Nicht die Auszubildenden im ersten Lehrjahr. Nicht die Berufseinsteiger. Sondern die erfahrenen Führungskräfte, die Ärztinnen mit jahrelanger Praxis, die Anwälte mit vollem Terminkalender.


Kein Selbstbewusstsein im Job zeigt sich bei diesen Menschen nicht als Zittern vor dem Chef, sondern als leises, hartnäckiges Gefühl: Ich bin eigentlich nicht gut genug. Irgendwann werden sie es merken. Was ich bisher geleistet habe, war Glück. Dieses Phänomen hat einen Namen - Hochstapler-Syndrom - und es ist deutlich verbreiteter, als die meisten vermuten.


In meiner Praxis in Wien begegnet mir dieses Muster regelmäßig. Und ich erlebe, dass die Arbeit daran - konsequent und tief - Menschen verändern kann. Nicht indem sie selbstbewusster auftreten lernen, sondern indem sie verstehen, woher die Unsicherheit kommt. Dieser Artikel ist für Sie, wenn Sie sich trotz Ihrer Leistungen im Job nicht sicher fühlen und wissen wollen, was sich dahinter verbirgt.



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Das Wichtigste in Kürze – Kein Selbstbewusstsein im Job


  • Kein Selbstbewusstsein im Job ist kein Kompetenzproblem: Berufliche Unsicherheit entsteht fast nie durch fehlende Fähigkeiten, sondern durch tiefere Überzeugungen über den eigenen Wert.

  • Das Hochstapler-Syndrom betrifft besonders Leistungsstarke: Wer viel erreicht hat, entwickelt oft das Gefühl, das nicht wirklich verdient zu haben - ein Paradox, das sich von innen schwer erkennen lässt.

  • Frühe Prägungen spielen eine zentrale Rolle: Glaubenssätze wie 'Nur wer sich anstrengt, ist etwas wert' oder 'Fehler sind gefährlich' entstehen oft in der Kindheit und wirken bis ins Berufsleben fort.

  • Perfektionismus und Unsicherheit bedingen sich gegenseitig: Wer innerlich unsicher ist, arbeitet oft übermäßig perfektionistisch - und bestätigt dadurch unbewusst, dass ohne diesen Aufwand nichts gelingt.

  • Systemische Therapie arbeitet an der Wurzel: Statt Selbstbewusstsein als Technik zu trainieren, fragt der therapeutische Ansatz: Welche Geschichte erzählen Sie über sich selbst - und ist sie wahr?

  • Mehr Sicherheit im Job ist möglich: Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch Selbstoptimierung, sondern durch ein tieferes Verständnis der eigenen Biografie und Muster.


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Inhalt



1. Was bedeutet kein Selbstbewusstsein im Job wirklich?

Selbstbewusstsein im beruflichen Kontext bedeutet nicht, laut aufzutreten oder keine Zweifel zu kennen. Es bedeutet, einen stabilen inneren Boden zu haben - eine Überzeugung vom eigenen Wert, die nicht von jedem Meeting, jedem Feedback und jeder Entscheidung anderer abhängt.


Kein Selbstbewusstsein im Job äußert sich auf sehr unterschiedliche Weise. Manche Menschen übernehmen keine Führungsverantwortung, obwohl sie bereit wären. Andere sprechen in Besprechungen nicht, obwohl sie klare Gedanken hätten. Wieder andere arbeiten bis zur Erschöpfung, weil sie das Gefühl nicht loswerden, noch nicht genug getan zu haben.


Die Psychologie beschreibt das zugrunde liegende Muster als negatives Selbstkonzept im Leistungsbereich: eine Sammlung von Überzeugungen über die eigene Kompetenz, die systematisch nach unten verzerrt ist. Diese Überzeugungen sind hartnäckig, weil sie emotional verankert sind - nicht weil sie der Realität entsprechen.


Was viele nicht wissen: Kein Selbstbewusstsein im Job und hohe äußere Leistung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Oft sind es gerade die Menschen mit hohen Ansprüchen und viel Disziplin, die innerlich am unsichersten sind. Sie haben gelernt, die Lücke zwischen dem, was sie fühlen, und dem, was sie zeigen, perfekt zu überbrücken. Bis es nicht mehr geht.


Mag. Christian Asperger am Fenster stehend


2. Fallbeispiel: Thomas - Der Erfolgreiche, der sich als Hochstapler fühlt


Thomas, 33, Unternehmensberater in einer internationalen Kanzlei, kommt mit einem konkreten Anliegen: Er hat gerade eine neue Stelle angenommen - seine vierte in sieben Jahren - und merkt, dass sich das Muster wiederholt. In den ersten Monaten euphorisch, dann zunehmend das Gefühl: Die anderen werden bald merken, dass ich hier nicht hingehöre. Bisher hat er das durch einen Stellenwechsel gelöst. Jetzt fragt er sich, ob er das so weitermachen kann.


Im Gespräch zeigt sich: Thomas hat exzellente Beurteilungen, wurde mehrfach befördert und gilt bei Kollegen als besonders analytisch und verlässlich. Das interessiert ihn wenig. Was er wahrnimmt: die Momente, in denen er etwas nicht sofort weiß. Die Besprechungen, in denen ein Kollege schlagfertiger ist. Die Projekte, die er für Glück hält, nicht für Können.


In der systemischen Arbeit erkunden wir die Biografie der Leistung: Wann hat Thomas gelernt, dass er sich beweisen muss? Dabei wird ein prägender Glaubenssatz sichtbar, der sich durch sein Familiensystem zieht: Der Vater war emotional distanziert und zeigte Zuwendung fast ausschließlich bei schulischen Leistungen. Thomas hat daraus eine einfache Gleichung gezogen: Ich bin wertvoll, wenn ich leiste. Ich bin wertlos, sobald ich scheitere.


Mit der narrativen Technik erarbeiten wir eine alternative Geschichte: Thomas sammelt konkrete Beweise für seine Kompetenz - nicht als Beruhigung, sondern als Gegengewicht zur verzerrten inneren Erzählung. Der entscheidende Moment kommt, als er erkennt: Ich wechsle die Stelle nicht, weil die Stellen schlecht sind. Ich wechsle, weil ich vor mir selbst davonlaufe. Das Muster zu benennen ist der Beginn der Veränderung.



Arbeit mit dem Systembrett


3. Das Hochstapler-Syndrom: Wenn Leistung nicht schützt

Das Hochstapler-Syndrom - in der Psychologie als Impostor-Phänomen bekannt - wurde erstmals 1978 von den Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes beschrieben. Sie beobachteten, dass besonders erfolgreiche Frauen ihren Erfolg systematisch externen Faktoren zuschrieben - Glück, Zufall, Timing - und innerlich überzeugt waren, ihre Umgebung zu täuschen.


Spätere Forschungen zeigten: Das Phänomen betrifft nicht nur Frauen. Schätzungen zufolge erlebt etwa 70 Prozent aller Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrer Karriere solche Gefühle. Kein Selbstbewusstsein im Job in dieser Form ist also kein individuelles Versagen, sondern ein weit verbreitetes Muster.


Was das Hochstapler-Syndrom von gewöhnlicher Bescheidenheit unterscheidet: Es ist mit echter Angst verbunden. Die Angst, entlarvt zu werden. Die Angst vor Bewerbungen auf Stellen, die man eigentlich gut ausfüllen könnte. Die Angst vor Beförderungen, weil damit die Erwartungen steigen. Diese Angst ist so real, dass viele Betroffene aktiv Karrieremöglichkeiten meiden.


Aus systemischer Sicht ist das Hochstapler-Syndrom kein kognitiver Irrtum, der durch bessere Selbstwahrnehmung korrigiert werden kann. Es ist ein tief verankertes Beziehungsmuster: das Ergebnis von Bindungserfahrungen, in denen Wert an Leistung geknüpft war, Lob selten war oder Kritik unverhältnismäßig wirkte. Diese Muster sitzen nicht im Kopf - sie sitzen im Körper und in der Geschichte.



4. Woher kommt mangelndes Selbstbewusstsein im Job?

Die Wurzeln beruflicher Unsicherheit liegen selten im Job selbst. Sie liegen in der Biografie. Das bedeutet nicht, dass die Vergangenheit ein Schicksal ist. Aber es bedeutet, dass Selbstbewusstsein im Job nicht durch Kommunikationstraining oder positive Affirmationen entsteht, wenn das Fundament nicht stimmt.


Frühe Bindungserfahrungen: Kinder, die Zuwendung vorwiegend als Reaktion auf Leistung erlebt haben, entwickeln ein bedingtes Selbstwertgefühl. Lob gab es für gute Noten, Kritik für Fehler - aber wenig bedingungslose Bestätigung einfach dafür, da zu sein. Dieser Lernprozess ist subtil und meist nicht böswillig. Aber er hinterlässt Spuren.


Transgenerationale Muster: In manchen Familien ist das Gefühl, nie genug zu sein, von Generation zu Generation weitergegeben worden. Die Großmutter, die in schwierigen Zeiten funktionieren musste. Der Vater, der Schwäche als gefährlich gelernt hat. Diese Muster übertragen sich, ohne dass darüber gesprochen wird.


Kritische Beziehungserfahrungen im Beruf: Ein abwertender Vorgesetzter, eine demütigende Situation vor dem Team, ein Scheitern, das nie aufgearbeitet wurde - solche Erfahrungen können ein bis dahin stabiles Selbstbewusstsein erschüttern und Muster verfestigen, die vorher nicht da waren.


Gesellschaftliche Leistungsnormen: In Hochleistungsumgebungen - Medizin, Recht, Beratung, Management - herrscht oft eine Kultur, in der Unsicherheit nicht gezeigt werden darf. Das zwingt Menschen dazu, eine Fassade aufrecht zu erhalten, die innerlich immer mehr Energie kostet.


Business Coach Mag.Christian Asperger in seiner Praxis

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5. Fallbeispiel: Sandra - Wenn Perfektionismus die Unsicherheit verdeckt


Sandra, 42, leitende Projektmanagerin in einem Technologieunternehmen, kommt nicht wegen mangelndem Selbstbewusstsein. Sie kommt wegen Schlafstörungen und dem Gefühl, nie fertig zu sein. Im ersten Gespräch beschreibt sie sich als jemanden, der einfach hohe Standards hat. Das klingt plausibel. Es ist aber nur die halbe Geschichte.


Im Therapieprozess wird sichtbar: Sandra überarbeitet jede Präsentation drei, vier Mal - nicht weil sie gut sein will, sondern weil sie Angst vor Kritik hat. Sie übernimmt Aufgaben, die eigentlich andere tragen sollten, weil sie deren Arbeit nicht vertraut. Sie schluckt Feedback vom Vorstand ohne Widerspruch, obwohl sie weiß, dass ihre Einschätzung besser ist. Kein Selbstbewusstsein im Job zeigt sich bei ihr nicht als Zögern, sondern als übermäßige Kontrolle.


In der therapeutischen Arbeit verwenden wir Anteile-Arbeit: Sandra lernt, den Perfektionismus nicht als Persönlichkeitsmerkmal zu sehen, sondern als einen Schutzanteil - einen inneren Teil, der früh gelernt hat, dass Fehler gefährlich sind. Als wir beginnen, diesem Anteil mit Neugier statt mit Frustration zu begegnen, öffnet sich etwas. Sandra erinnert sich an eine Mutter, die bei Fehlern oft unverhältnismäßig reagierte. Der Perfektionismus war einmal eine kluge Strategie zum Schutz.


Der Wandel kommt nicht darüber, weniger perfektionistisch zu sein. Er kommt darüber, den eigenen Wert vom Output zu entkoppeln. Sandra beginnt in kleinen Experimenten: eine Präsentation abgeben, die sie für ausreichend, aber nicht perfekt hält. Die Welt bricht nicht zusammen. Nach einigen Monaten beschreibt sie zum ersten Mal, dass sie in einem Meeting gesprochen hat, ohne hinterher alles zu analysieren, was sie hätte besser sagen können.


6. Körperliche Signale beruflicher Unsicherheit


Kein Selbstbewusstsein im Job ist kein rein psychisches Phänomen. Der Körper ist immer beteiligt. Und er sendet Signale, lange bevor das Bewusstsein sie wahrnimmt. Diese körperlichen Reaktionen ernst zu nehmen, ist ein wichtiger Teil der therapeutischen Arbeit.


Häufige körperliche Ausdrucksformen beruflicher Unsicherheit:


  • Angespannte Schultern und Nacken vor wichtigen Gesprächen

  • Flaches Atmen oder angehaltener Atem in Meetings

  • Herzrasen vor Präsentationen, auch bei häufig gehaltenen

  • Schlafprobleme vor wichtigen Entscheidungen oder Feedbackgesprächen

  • Übelkeit oder Magenprobleme an bestimmten Arbeitstagen

  • Erschöpfung, die nicht durch Schlaf verschwindet

 

Diese körperlichen Reaktionen sind keine Schwäche. Sie sind Information. In der somatischen Arbeit fragen wir: Was versucht der Körper zu sagen? Welche Situation, welche Beziehung, welcher Glaubenssatz steckt hinter dieser körperlichen Anspannung? Wer lernt, seinen Körper als Kompass zu lesen, bekommt Zugang zu Wissen, das der Verstand allein nicht liefert.


Besonders aufschlussreich ist die Frage: In welchen Situationen entspannen sich diese Signale? Wann fühlt sich der Körper sicher? Diese Ausnahmen - die Momente, in denen Selbstbewusstsein im Job vorhanden ist - sind wertvolle Ausgangspunkte für die Arbeit daran, was diese Sicherheit ausmacht und wie sie sich ausweiten lässt.



7. Fallbeispiel: Michael - Wenn Rückzug die einzige Strategie ist

Michael, 38, Arzt in einer Facharztpraxis, sucht Therapie wegen Erschöpfung. Er arbeitet seit Jahren überdurchschnittlich viel, ist bei Patienten und Kollegen respektiert, hat aber das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Auf Nachfrage räumt er ein: Er übernimmt die unbeliebten Dienste, weil er es schwer findet, Nein zu sagen. Er sagt in Teambesprechungen selten seine Meinung, obwohl er sie hat. Er hat eine Bewerbung auf eine leitende Stelle zurückgezogen, ohne sie einzureichen.


Im Gespräch zeigt sich eine typische Dynamik: Michael ist in einer Familie aufgewachsen, in der Konflikte vermieden wurden. Wer auffiel, machte Probleme. Anpassung war Tugend, eigene Meinung war Risiko. Diese Prägung hat ihm lange geholfen - in einem Umfeld, das Ruhe und Verlässlichkeit schätzte. Im Klinikalltag, wo Durchsetzungsvermögen und Sichtbarkeit wichtig sind, funktioniert diese Strategie nicht mehr.


Die therapeutische Arbeit kombiniert systemische Familienrekonstruktion und konkrete Verhaltensexperimente: Michael erkundet zunächst, welche Familienregel hinter seinem Rückzug steckt - und wer in seiner Familie diese Regel verkörpert hat. Dann erprobt er schrittweise kleine Schritte: in der nächsten Teambesprechung einmal widersprechen. Eine Grenze setzen. Eine Meinung vertreten, auch wenn sie unpopulär ist.


Was sich verändert: Michael stellt fest, dass die befürchteten Konsequenzen ausbleiben. Die Kollegen nehmen seine Meinung tatsächlich auf. Seine Patienten erleben ihn als präsenter. Nach sechs Monaten reicht er eine Bewerbung auf eine Koordinatorenstelle ein - und bekommt sie. Kein Selbstbewusstsein im Job war bei Michael kein Mangel an Kompetenz. Es war ein erlernter Rückzug, der verlernt werden konnte.


Genogramm Arbeit zur Biographie


8. Was systemische Therapie bewirken kann


Wenn Menschen mit dem Thema kein Selbstbewusstsein im Job zu mir kommen, gibt es häufig eine Vorerfahrung: Sie haben Ratgeber gelesen, Kommunikationstrainings besucht, Affirmationen ausprobiert. Kurzfristig hat manchmal etwas geholfen. Langfristig ist das Muster geblieben. Das hat einen Grund: Diese Methoden arbeiten an der Oberfläche. Die Wurzeln liegen tiefer.


Was systemische Therapie in diesem Kontext leistet:


  • Tiefenarbeit statt Symptombekämpfung: Wir fragen nicht, wie man selbstbewusster wirkt, sondern woher die Überzeugung kommt, es nicht zu sein.

  • Narrative Arbeit: Welche Geschichte erzählen Sie über sich selbst im Job? Welche Gegenbeispiele gibt es, die diese Geschichte in Frage stellen?

  • Systemischer Blick: Welche Rolle spielt das berufliche Umfeld? Welche Muster aus der Herkunftsfamilie wiederholen sich in der Arbeitswelt?

  • Somatischer Zugang: Was sagt der Körper, wenn das Selbstbewusstsein sinkt - und was, wenn es steigt?

  • Schrittweise Verhaltensexperimente: Kleine, konkrete Erprobungen im Alltag, die neue Erfahrungen möglich machen und alte Überzeugungen prüfen.

 

Was Therapie in diesem Bereich nicht leisten kann: keine schnellen Fixes, keine Persönlichkeitsveränderung auf Kommando. Wer sein Selbstbewusstsein im Job nachhaltig stärken will, braucht Bereitschaft zur Selbstbegegnung - und etwas Geduld.


Die gute Nachricht: Bereits kleine Verschiebungen im inneren Erleben können große Auswirkungen auf das äußere Verhalten haben.


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9. Erste Schritte zu mehr Sicherheit im Job


Therapie ist nicht der einzige Weg zu mehr Selbstbewusstsein im Job. Es gibt Schritte, die Sie bereits jetzt gehen können - nicht als Ersatz für tiefere Arbeit, aber als Einstieg in eine andere Haltung sich selbst gegenüber.


Beobachten statt bewerten: Beginnen Sie, Ihre innere Stimme zu beobachten, ohne ihr sofort zu glauben. Wenn das Gefühl kommt 'Ich bin nicht gut genug', fragen Sie: Welche konkreten Belege gibt es dafür - und welche dagegen?


Erfolge sichtbar machen: Führen Sie für einige Wochen ein einfaches Erfolgstagebuch. Nicht für große Karriereschritte, sondern für kleine Momente, in denen Sie kompetent, mutig oder präsent waren. Das Gehirn neigt bei Unsicherheit dazu, diese Momente zu ignorieren.


Den Körper einbeziehen: Achten Sie darauf, wann Ihr Körper sich sicher anfühlt - und wann nicht. Welche Situationen, welche Beziehungen, welche Aufgaben erzeugen Weite statt Enge? Diese Beobachtungen geben wertvolle Hinweise.


Kleinen Experimenten trauen: Wählen Sie eine Situation, in der Sie sich bisher zurückgehalten haben, und erproben Sie eine kleine Veränderung. Eine Meinung äußern. Eine Grenze setzen. Ein Gespräch führen, das Sie hinausgezögert haben. Reflektieren Sie hinterher: Was ist passiert?


Professionelle Unterstützung suchen: Wenn Sie merken, dass die Muster tief sitzen und sich allein kaum verändern lassen, ist Therapie ein sinnvoller Schritt. Kein Selbstbewusstsein im Job ist kein Charakterfehler, sondern ein erlerntes Muster - das verändert werden kann.


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10. FAQ - Häufig gestellte Fragen


Was bedeutet kein Selbstbewusstsein im Job konkret?

Kein Selbstbewusstsein im Job äußert sich unterschiedlich: als chronisches Gefühl, nicht gut genug zu sein, als Vermeiden von Sichtbarkeit, als übermäßiger Perfektionismus oder als Unfähigkeit, Grenzen zu setzen. Gemeinsam ist allen Formen ein instabiles inneres Fundament, das von äußeren Bewertungen abhängt.

Ist mangelndes Selbstbewusstsein im Job heilbar?

Ja - mit der richtigen Unterstützung. Berufliche Unsicherheit ist kein Charakterzug, sondern ein erlerntes Muster, das seine Wurzeln in der Biografie hat. Systemische Therapie kann helfen, diese Wurzeln zu verstehen und neue, stabilere Überzeugungen zu entwickeln.

Was ist das Hochstapler-Syndrom?

Das Hochstapler-Syndrom (Impostor-Phänomen) beschreibt das Gefühl, den eigenen Erfolg nicht verdient zu haben und kurz davor zu stehen, als inkompetent entlarvt zu werden. Es betrifft besonders leistungsstarke, erfolgreiche Menschen und hat wenig mit tatsächlicher Kompetenz zu tun.

Kann man Selbstbewusstsein im Job trainieren?

Kurzfristig kann man lernen, selbstbewusster zu wirken. Nachhaltig wirkt das aber nur, wenn die tieferen Überzeugungen über den eigenen Wert sich verändern. Kommunikationstraining allein reicht selten - es braucht Arbeit an den Wurzeln.

Ab wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Wenn berufliche Unsicherheit Ihre Lebensqualität deutlich einschränkt, Sie Chancen meiden, die Sie eigentlich ergreifen möchten, oder körperliche Symptome wie Schlafstörungen oder Erschöpfung auftreten, ist professionelle Begleitung sinnvoll. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstverantwortung.

Hängen Selbstbewusstsein im Job und Selbstwert zusammen?

Eng. Selbstwert ist das tiefere Fundament - die Überzeugung, als Mensch wertvoll zu sein, unabhängig von Leistung. Selbstbewusstsein im Job baut darauf auf. Wer an einem stabilen Selbstwert arbeitet, erlebt meist auch im Berufsleben mehr innere Sicherheit.

Warum hilft positives Denken allein nicht?

Weil negative Überzeugungen über den eigenen Wert emotional verankert sind. Sie entstammen echten Beziehungserfahrungen - und können nicht durch kognitive Gegenargumente allein überschrieben werden. Es braucht emotionale Erfahrungen, die das alte Muster in Frage stellen.

Wie lange dauert eine Therapie bei beruflicher Unsicherheit?

Das ist sehr individuell. Manche Menschen erleben bereits nach wenigen Sitzungen relevante Verschiebungen. Tiefere Muster, die in der frühen Biografie verwurzelt sind, brauchen mehr Zeit. Ein erster Eindruck entsteht oft nach drei bis fünf Gesprächen.



11. Fazit: Kein Selbstbewusstsein im Job


Kein Selbstbewusstsein im Job ist selten das, wofür man es hält: ein Mangel an Fähigkeiten, an Erfahrung oder an Durchsetzungsstärke. Es ist fast immer eine Geschichte. Eine Geschichte, die irgendwann in der Kindheit begonnen hat, sich durch die Biografie gezogen hat und im Berufsleben ihren aktuellen Ausdruck findet.


Thomas hat verstanden, dass er nicht flüchten muss, um sicher zu sein. Sandra hat gelernt, dass ihr Wert nicht an der letzten Präsentation hängt. Michael hat entdeckt, dass Sichtbarkeit nicht gefährlich ist. Alle drei haben nicht gelernt, anders zu wirken. Sie haben gelernt, sich selbst anders zu begegnen.


Mehr Sicherheit im Job entsteht nicht durch bessere Techniken. Sie entsteht durch ein tieferes Verständnis dessen, was die Unsicherheit nährt - und durch die Bereitschaft, daran zu arbeiten. Das ist keine schnelle Lösung. Aber es ist eine dauerhafte.


Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Selbstbewusstsein im Job nicht Ihrer tatsächlichen Kompetenz entspricht - und dass das schon lange so ist - dann könnte ein erstes Gespräch der Beginn von etwas sein, das sich lohnt.


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12. Über mich: Business Coach Mag. Christian Asperger


Business Coach Mag. Christian Asperger

In meiner Rolle als Psychotherapeut integriere ich meine langjährige Erfahrung aus meiner Praxis als Psychotherapeut sowie als Führungskraft in Konzernen mit einer soliden Ausbildung in systemischer Psychotherapie und Coaching.


Mein Ansatz basiert auf dem Verständnis der Menschen im Kontext ihrer sozialen Beziehungen und der Konzentration auf das "Wie" gegenwärtiger Situationen. Ich betrachte Klienten als Experten ihrer eigenen Fälle und vermeide es, Themen zu vertiefen, die sie nicht aktiv einbringen.


Gerne unterstütze ich Sie in meiner Praxis in Wien, um die Arbeit mit Ihrem Thema zu starten. Gemeinsam finden wir Ihren individuellen Weg zu einer glücklichen Beziehung zu sich selbst zurück.







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