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Psychische Belastungen am Arbeitsplatz: Ursachen, Folgen und Wege zurück in die Kraft

  • Autorenbild: Christian Asperger
    Christian Asperger
  • 16. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Nov. 2025

Die moderne Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Höhere Anforderungen, ständige Erreichbarkeit und der Druck, immer mehr in immer kürzerer Zeit zu leisten, führen bei vielen Menschen zu innerem Stress – oft lange bevor erste körperliche oder psychische Symptome sichtbar werden.


Als Business Coach und Psychotherapeut berichten mir viele meiner Klientinnen und Klienten, dass sie „funktionieren“, obwohl sie sich innerlich erschöpft fühlen. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind selten ein plötzliches Ereignis, sondern entwickeln sich schleichend. Umso wichtiger ist es, Warnsignale früh zu erkennen und Wege zurück in die Kraft zu finden.


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traurige Frau

Das Wichtigste in Kürze – Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen


  • Dauerhafte psychische Belastungen entstehen meist aus Überforderung, fehlender Pausenkultur, unklaren Rollen oder Konflikten im Team.

  • Frühe Warnsignale sind Schlafprobleme, Gedankenkreisen, Reizbarkeit und ständige Erschöpfung.

  • Langfristig können Depressionen, Angstzustände oder Burn-out die Folge sein.

  • Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle: Ihr Verhalten wirkt direkt auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden.

  • Systemisches Coaching hilft, Belastungsmuster zu erkennen und neue Strategien zu entwickeln.

  • Mit frühzeitiger Unterstützung lassen sich Belastungen reduzieren, bevor sie klinisch werden.

  • Selbstfürsorge und klare Grenzen sind keine Schwäche, sondern Voraussetzung für nachhaltige Leistungsfähigkeit.


Podcast - Der toxische Kreislauf von Belastung und Stress


Der_toxische_Kreislauf_von_Belastung_und_Stress

Inhalt



1. Was sind psychische Belastungen am Arbeitsplatz?

Unter psychischen Belastungen versteht man Einflüsse, die auf den Menschen einwirken und ihn mental fordern – positiv oder negativ. Erst wenn diese Anforderungen dauerhaft die eigenen Ressourcen übersteigen, entsteht echter psychischer Stress.


Typische Beispiele:


  • ständig wechselnde Prioritäten

  • hohe Arbeitsverdichtung

  • Personalmangel

  • schlechte Kommunikation

  • Unsicherheit in der Organisation

  • Konflikte mit Kolleg:innen

  • fehlende Erholung und Pausen


Wichtig: Psychische Belastungen sind nicht gleich psychische Erkrankungen. Sie führen aber ohne Intervention oft dazu.

2. Ursachen: Woher kommen die Belastungen?


Psychische Belastungen entstehen selten aus einem einzigen Grund. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.


2.1 Strukturelle Ursachen- Überfordernde Arbeitsmenge


  • Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten

  • Fehlende Führung

  • Schlechte Organisation

  • Permanente Erreichbarkeit


2.2 Soziale Ursachen- Konflikte im Team



2.3 Persönliche Faktoren


  • Perfektionismus

  • Hohe Selbstansprüche

  • Schwierigkeit, Grenzen zu setzen

  • Harmoniebedürfnis

  • „Ich darf nicht Nein sagen“-Muster


Puzzleteile


3. Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Wenn Belastungen zu lange anhalten, zeigen sich typische Beschwerden:


Psychische Folgen


  • Erschöpfung und Antriebslosigkeit

  • Gereiztheit

  • emotionale Überforderung

  • Ängste, Sorgen, Schlafprobleme

  • Depressionen

  • Burn-out


Körperliche Folgen


  • Verspannungen

  • Kopfschmerzen

  • Magen-Darm-Probleme

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden

  • chronische Schmerzen


Verhaltensbezogene Folgen


  • Rückzug

  • Reduzierte Leistung

  • Fehleranfälligkeit

  • Unkonzentriertheit

  • emotionale Kurzschlussreaktionen



4. Wie Führung und Unternehmenskultur Belastungen beeinflussen

Führungskräfte prägen die Atmosphäre eines Teams stärker, als ihnen oft bewusst ist. Unklare Erwartungen, widersprüchliche Botschaften oder Kontrollverhalten können Belastungen erhöhen. Ebenso belasten fehlende Anerkennung oder mangelnde Orientierung. Eine Unternehmenskultur, die Überstunden selbstverständlich erwartet, verstärkt Stressmuster zusätzlich.


Positive Führung beginnt bei Kommunikation, Klarheit und Menschlichkeit. Führungskräfte, die transparent kommunizieren, Fehler offen ansprechen und Raum für Pausen bieten, schaffen psychologische Sicherheit. Diese Sicherheit ist einer der stärksten Schutzfaktoren gegen Überlastung.


5. Wege zurück in die Kraft – was im Coaching möglich ist


Im systemischen Coaching geht es darum, die individuelle Belastung im Gesamtkontext zu analysieren. Gemeinsam schauen wir auf äußere Faktoren, innere Muster und persönliche Erwartungen.


Im Coaching bearbeiten wir folgende Schritte:


1. Belastung verstehen – Wo entsteht Druck und wodurch wird er verstärkt?

2. Grenzen erkennen – Welche eigenen Bedürfnisse wurden lange übergangen?

3. Ressourcen aktivieren – Welche Stärken, Unterstützer oder Strategien gibt es bereits?

4. Verhalten verändern – Wie können klare Grenzen gesetzt und Prioritäten definiert werden?

5. Zukunft gestalten – Wie sieht ein gesunder, realistischer Arbeitsalltag aus?


Ziel ist nicht, mehr „durchzuhalten“, sondern anders und selbstbestimmter mit Herausforderungen umzugehen.


Hand auf der Brust

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6. Fallbeispiele aus der systemischen Coaching-Praxis

Beispiel 1: Der überlastete Manager


Thomas (45) arbeitete als Bereichsleiter in einem internationalen Unternehmen. Er war fachlich hervorragend, doch emotional ständig unter Spannung. Er übernahm Verantwortung nicht nur für seine Aufgaben, sondern für das gesamte Team. Im Coaching zeigte sich, dass er kaum delegierte, weil er niemanden überfordern wollte – und sich damit selbst überforderte. Erst als Thomas lernte, Verantwortung zu teilen, Prioritäten klarer zu setzen und seine eigenen Grenzen ernst zu nehmen, sank seine innere Belastung spürbar. Nach einigen Wochen berichtete er: „Ich schlafe wieder besser und kann endlich abschalten.“


Beispiel 2: Die perfektionistische Juristin


Julia (34) war in einer renommierten Kanzlei tätig. Ihr Arbeitstag war geprägt von langen Stunden und endlosen Revisionen ihrer Texte. Ihr Perfektionismus war für sie eine Art Schutzmechanismus – Fehler durften nicht passieren. In der systemischen Arbeit wurde deutlich, dass dieser Anspruch aus alten familiären Mustern stammte: Anerkennung gab es früher nur für fehlerfreie Leistung. Im Coaching entwickelte Julia ein neues Verständnis für „gute Qualität“ und lernte, Entscheidungen pragmatischer zu treffen. Nach einigen Monaten berichtete sie, wieder mehr Freizeit und innere Ruhe zu haben.


Beispiel 3: Die unsichtbare Belastung im Team


Ein IT-Team erlebte innerhalb eines Jahres eine auffällige Häufung von Krankenständen und Konflikten. Die Führungskraft wirkte engagiert, aber unsicher. Die Mitarbeitenden wussten nie genau, welche Erwartungen galten. Im Coaching wurden klare Kommunikationsrituale eingeführt, wöchentliche Abstimmungen etabliert und Ziele transparent definiert. Bereits nach kurzer Zeit sank die Belastung erheblich – und die Stimmung im Team verbesserte sich spürbar.

Traumatherapeut Mag. Christian Asperger


7. FAQ - Psychische Belastungen am Arbeitsplatz


Woran erkenne ich erste Anzeichen? 

Schlafprobleme, Gereiztheit, gedankliches Kreisen und fehlende Erholung.

Hilft Coaching wirklich? 

Ja. Coaching bietet Klarheit, Orientierung und konkrete Strategien zur Entlastung.

Wann ist eine Therapie notwendig? 

Bei Depressionen, Angstzuständen oder Burn-out Symptomen.

Was kann Führung bewirken? 

Sehr viel – durch Kommunikation, Struktur und Wertschätzung.

Wie spreche ich Belastungen an? 

Offen, klar und respektvoll – mit Fokus auf Lösungen.

Ist Stress ein Zeichen von Schwäche? 

Nein. Stress ist eine normale Reaktion auf Überforderung.

Hilft ein Jobwechsel? 

Manchmal, aber oft sind innere Muster ebenso relevant.

Was kann ich sofort tun? 

Pausen, Grenzen, Prioritäten und Gespräche suchen.

Wie lange dauert Coaching? 

Zwischen wenigen Sitzungen und einigen Monaten.

Wie beuge ich erneutem Stress vor? 

Durch Selbstfürsorge, Klarheit und regelmäßige Reflexion.





8. Fazit - Psychische Belastungen am Arbeitsplatz


Psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind ernst zu nehmen – aber sie müssen nicht Ihr Leben bestimmen. Mit professioneller Unterstützung, klaren Grenzen und einer bewussten Rückkehr zu Ihren Ressourcen können Sie Belastungen reduzieren, innere Stärke aufbauen und mehr Leichtigkeit im Arbeitsalltag finden.


Wenn Sie unter Stress oder Erschöpfung leiden, begleite ich Sie gerne in meiner Coaching-Praxis in 1020 Wien. Gemeinsam entwickeln wir Wege zurück in Ihre Kraft und gestalten einen Arbeitsalltag, der nachhaltig gesund ist.


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9. Über mich: Business Coach Mag. Christian Asperger


Psychotherapeut Mag. Christian Asperger

In meiner Rolle als Psychotherapeut integriere ich meine langjährige Erfahrung aus meiner Praxis als Psychotherapeut sowie als Führungskraft in Konzernen mit einer soliden Ausbildung in systemischer Psychotherapie und Coaching.


Mein Ansatz basiert auf dem Verständnis der Menschen im Kontext ihrer sozialen Beziehungen und der Konzentration auf das "Wie" gegenwärtiger Situationen. Ich betrachte Klienten als Experten ihrer eigenen Fälle und vermeide es, Themen zu vertiefen, die sie nicht aktiv einbringen.



Gerne unterstütze ich Sie in meiner Praxis in Wien, um die Arbeit mit Ihrem Thema zu starten. Gemeinsam finden wir Ihren individuellen Weg zu einer glücklichen Beziehung zu sich selbst zurück.







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