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  • AutorenbildChristian Asperger

Traumabehandlung neu gedacht: EMDR, Therapiehund und Familientherapie als transformative Kombination

Aktualisiert: 3. Sept. 2023

Trauma ist ein weit verbreitetes Phänomen, das schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann. In diesem Artikel werden wir das Verständnis für traumatische Erfahrungen vertiefen, die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit betrachten und verschiedene therapeutische Ansätze zur Traumaheilung erkunden. Darüber hinaus werden wir die Rolle eines Therapiebegleithunds in der Traumatherapie genauer betrachten und wie dieser die Genesung unterstützen kann.

Therapiehund in Traumatherapie Praxis 1020 Wien

Verständnis für traumatische Erfahrungen


Traumatische Erfahrungen können verschiedene Formen annehmen, wie beispielsweise körperlichen Missbrauch, sexuellen Missbrauch, Vernachlässigung, Naturkatastrophen oder Unfälle. Diese Ereignisse können zu einer Vielzahl von traumatischen Reaktionen führen, darunter posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Angstzustände, Depressionen, Flashbacks und Schlafstörungen.


Auswirkungen auf die psychische Gesundheit


Traumatische Erfahrungen haben erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Betroffenen. Sie können zu einer Reihe von Symptomen führen, die das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen und das tägliche Leben erschweren. Es ist wichtig zu verstehen, dass die individuellen Reaktionen auf Trauma unterschiedlich sein können und dass eine angemessene Unterstützung und Behandlung entscheidend sind.


Therapiehund Kaija und Psychotherapeut Mag. Christian Asperger


Therapeutische Ansätze zur Traumaheilung neu kombiniert


Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze, die bei der Traumaheilung eingesetzt werden können. In meiner Praxis verbinde ich dazu Elemente der systemischen Familientherapie mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) und dem Einsatz meiner Therapiebegleithündin Kaija. EMDR ist eine effektive Methode, bei der bilaterale Stimulation eingesetzt wird, um traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und zu integrieren.


1. EMDR und Therapiebegleithund


EMDR arbeitet mit bilateralen Stimulationstechniken, wie Augenbewegungen oder taktilen Reizen, um traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und zu integrieren. Der Therapiebegleithund kann während der EMDR-Sitzungen eine beruhigende Präsenz sein und eine Atmosphäre von Sicherheit und Geborgenheit schaffen. Die Anwesenheit des Hundes kann dazu beitragen, das Nervensystem des Klienten zu beruhigen und Stress zu reduzieren, was wiederum den EMDR-Prozess unterstützen kann.


2. Systemische Familientherapie und Therapiebegleithund


Traumata können nicht nur individuelle Auswirkungen haben, sondern auch das familiäre System stark beeinflussen. Die systemische Familientherapie zielt darauf ab, die Dynamik innerhalb der Familie zu verstehen und die Interaktionen zwischen den Familienmitgliedern zu verbessern. Durch die Einbeziehung der Familie in den Traumabehandlungsprozess können traumatische Erfahrungen in einem sichereren und unterstützenden Umfeld bearbeitet werden. Darüber hinaus basiert die systemische Familientherapie auf einem Ressourcen-orientierten Ansatz. Der Fokus liegt auf der Stärkung der eigenen Fähigkeiten des inneren Systems, die auch hilfreich waren, um mit den traumatischen Erfahrungen umgehen zu können. Der Therapiegleithund kann zusätzlich als externe Ressource in der Therapiesitzung genutzt werden.


3. Einzigartige Möglichkeiten bei der Traumabehandlung


Das Zusammenwirken von EMDR, einem Therapiebegleithund und systemischer Familientherapie eröffnet einige einzigartige Möglichkeiten in der Traumabehandlung:

  • Ressourcenaktivierung: Der Therapiebegleithund kann als Ressource dienen, um die Stärken und Fähigkeiten des Klienten zu aktivieren. Der Hund kann als Symbol für Sicherheit und Geborgenheit fungieren und dazu beitragen, dass der Klient sich während der EMDR-Sitzungen sicherer fühlt.

  • Unterstützung der emotionalen Regulation: Hunde haben eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und können bei der emotionalen Regulation helfen. In Verbindung mit EMDR und systemischer Familientherapie kann der Therapiebegleithund eine unterstützende Rolle bei der Entwicklung von Bewältigungsstrategien für traumatische Reaktionen spielen.

  • Aufbau von Vertrauen und Bindung: Die Anwesenheit des Therapiebegleithundes kann das Vertrauen zwischen Therapeut, Klient und Familienmitgliedern stärken. Dies ist besonders wichtig, da das Vertrauen eine zentrale Rolle bei der Traumabehandlung spielt und eine sichere therapeutische Beziehung von großer Bedeutung ist.

  • Integration von Familienmitgliedern: Durch die Einbeziehung von Familienmitgliedern in den Therapieprozess können traumatische Erfahrungen besser verstanden und die familiäre Unterstützung gestärkt werden.

Insgesamt bietet das Zusammenwirken von EMDR, einem Therapiebegleithund und systemischer Familientherapie eine ganzheitliche und umfassende Herangehensweise an die Traumabehandlung. Es ermöglicht die Integration verschiedener Aspekte der Genesung, einschließlich individueller Verarbeitung, familiärer Unterstützung und Stärkung von Ressourcen, um langfristige Heilung und Wachstum zu fördern.


Fazit


Ein Trauma kann erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, erfordert jedoch auch angemessene Unterstützung und Behandlung zur Heilung. Therapeutische Ansätze wie die Ressourcenaktivierung der systemische Familienterapie und EMDR haben sich als wirksam erwiesen. Ein Therapiebegleithund kann eine wertvolle Rolle in der Traumatherapie spielen, indem er eine unterstützende und beruhigende Präsenz bietet. Die Verbindung zwischen Mensch und Tier kann einen positiven Einfluss auf die Genesung haben und den Heilungsprozess unterstützen. Hunde haben eine natürliche Fähigkeit, Stress zu reduzieren und eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen. Sie können eine unterstützende und sichere Umgebung schaffen, in der traumatisierte Personen sich öffnen und Vertrauen aufbauen können. Der Hund kann auch bei der emotionalen Regulation helfen und durch seine Anwesenheit ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.



* Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit verwende ich abwechselnd die weibliche oder männliche Form. Männer und Frauen sind natürlich gleichermaßen angesprochen. Gerne kann der Artikel auch über soziale Netzwerke geteilt werde.

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